Wenn jemand, den Sie lieben, Krebs hat, verlagert sich der Fokus natürlich auf sie — ihre Behandlung, ihren Komfort, ihre Bedürfnisse. Aber unter der Oberfläche tragen Sie Ihren eigenen Sturm. Angst, Wut, Traurigkeit, Schuldgefühle, Frustration, Hilflosigkeit — diese Gefühle wirbeln ständig umher, und zu oft unterdrücken Pflegende sie, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Emotionen nicht die Priorität sind.
Ihre Emotionen sind gültig. Jede einzelne. Sie dürfen Angst haben. Sie dürfen wütend sein — auf den Krebs, auf die Ungerechtigkeit, sogar auf Ihren Angehörigen an besonders schweren Tagen. Sie dürfen um das Leben trauern, das Sie vor dieser Diagnose hatten. Das Anerkennen dieser Gefühle ist keine Schwäche; es ist der erste Schritt zu ihrer Bewältigung.
Schuldgefühle sind die stille Begleiterin jeder Pflegeperson. Man fühlt sich schuldig, müde zu sein. Schuldig, eine Pause zu wollen. Schuldig, etwas zu genießen, während der Angehörige leidet. Diese Schuldgefühle sind unter Pflegenden fast universell, und sie machen Sie nicht zu einem schlechten Menschen. Sie machen Sie zu einem Menschen in einer unmöglich schwierigen Situation.
Finden Sie ein sicheres Ventil für Ihre Gefühle. Das könnte ein Tagebuch sein, ein Therapeut, ein vertrauenswürdiger Freund oder eine Pflegenden-Selbsthilfegruppe. Einen Raum zu haben, in dem Sie völlig ehrlich sein können — in dem Sie nicht tapfer oder optimistisch sein müssen — ist für Ihr emotionales Überleben unerlässlich.
Achten Sie auf Anzeichen von Depression und Angst. Anhaltende Traurigkeit, Unfähigkeit zu schlafen, Verlust des Interesses an Dingen, die Ihnen gefallen haben — das können Signale sein, dass Ihre emotionale Last mehr ist, als Sie alleine tragen können. Es ist keine Schande, professionelle Hilfe zu suchen.
Denken Sie daran: Sich um Ihre emotionale Gesundheit zu kümmern ist nicht vom Pflegen getrennt — es ist ein Teil davon. Wenn Sie Ihre innere Welt pflegen, werden Sie ein beständigerer, präsenterer und mitfühlenderer Begleiter für die Person, die Sie lieben.