Wenn jemand fragt, wie es Ihrem geliebten Menschen geht, fragt er selten, wie es Ihnen geht. Das gesamte System der Aufmerksamkeit — von Familie, Freunden, medizinischem Personal — ist auf die kranke Person ausgerichtet. Was Sinn ergibt. Sie ist diejenige, die leidet. Sie ist diejenige, die die meiste Unterstützung braucht.
Aber Sie tun etwas, das ebenfalls Anerkennung verdient.
Die Arbeit von Pflegenden ist oft unsichtbar, weil sie unerbittlich und alltäglich ist. Es ist das Verwalten von Medikamentenplänen. Das Verfolgen von Terminen. Das Navigieren durch Versicherungspapiere. Die Gespräche mit medizinischen Teams. Das Zubereiten von Essen und das Spülen von Geschirr und das Wechseln von Bettwäsche. Das Nachtwachen und Lauschen, ob sie noch atmen. Das Management der Gefühle anderer Menschen bezüglich der Krankheit. Das Führen eines Haushalts und gleichzeitig das Laufen zum Krankenhaus. Das Aufrechterhalten von Normalität für Kinder oder andere Familienmitglieder, die sie brauchen.
Nichts davon bekommt eine feierliche Zeremonie. Nichts davon wird so gewürdigt wie das Ende eines Chemotherapie-Zyklus. Aber es ist echte Arbeit, und sie kostet etwas.
Benennen Sie, was Sie tun, zumindest für sich selbst. „Ich leiste eine enorme Menge, und es kostet mich etwas, und das ist real." Sie brauchen niemand anderen, der das bestätigt, obwohl es helfen würde, wenn mehr Menschen es täten. Die eigene Arbeit anzuerkennen — statt sie als „das, was man eben tut" abzutun — ist ein Akt der Selbstmitgefühls.
Finden Sie mindestens eine Person, die es sieht. Das könnte ein Therapeut sein, ein enger Freund, eine Selbsthilfegruppe oder ein anderer Pflegender, der versteht. Gesehen zu werden zählt. Die Unsichtbarkeit der Pflegearbeit trägt direkt zum Burnout, zur Isolation und zur Depression von Pflegenden bei. Wenn jemand Ihnen zurückspiegelt, dass das, was Sie tun, bedeutsam ist, liefert das eine Art Treibstoff, der es möglich macht weiterzumachen.
Bitten Sie die Menschen um Sie herum, bei konkreten Aufgaben zu helfen, nicht nur „da zu sein". Pflege ist am nachhaltigsten, wenn sie geteilt wird, auch wenn unvollkommen. „Könntest du diese Woche die Einkäufe erledigen?" ist eine konkrete, machbare Bitte. Menschen bei der unsichtbaren Arbeit helfen zu lassen, macht die sichtbare Last leichter.