Sie haben recherchiert. Sie haben die Studien gelesen. Sie haben mit anderen gesprochen, die das durchgemacht haben. Und Sie glauben — aufrichtig, von ganzem Herzen —, dass Ihr geliebter Mensch die falsche Wahl über seine Behandlung trifft. Vielleicht lehnt er konventionelle Behandlung zugunsten von Alternativen ab. Vielleicht wählt er eine aggressivere Behandlung, als Sie für nötig halten. Vielleicht kämpft er nicht so hart, wie Sie es sich wünschen, oder härter, als sein Körper es Ihrer Meinung nach aushalten kann.
Und er trifft trotzdem die Entscheidung selbst. Denn es ist sein Körper. Seine Krankheit. Sein Leben.
Das ist eine der schmerzhaftesten Positionen, in der sich ein Familienmitglied befinden kann. Ihre Angst um ihn ist enorm. Ihr Wunsch, ihn zu beschützen, ist überwältigend. Und es gibt nichts, was Sie tun können, um seine Entscheidung zu überstimmen — und das sollte es auch nicht geben, selbst wenn Sie die Macht hätten.
Sagen Sie Ihre Meinung, einmal, klar, mit Liebe. Wenn Sie Bedenken wegen einer Behandlungsentscheidung haben, teilen Sie sie. Seien Sie ehrlich. Stellen Sie Fragen: „Hast du darüber nachgedacht...?" „Hat dein Arzt erwähnt...?" „Wärst du bereit, eine zweite Meinung einzuholen?" Sprechen Sie aus Ihrer Liebe heraus, nicht aus Ihrem Entsetzen. Und dann hören Sie auf die Antwort. Wirklich zuhören.
Und dann respektieren Sie seine Autonomie. Er ist ein erwachsener Mensch. Er berücksichtigt vielleicht Dinge, in die Sie keinen vollen Einblick haben — wie er sich in seinem Körper fühlt, welche Risiken er bereit ist einzugehen, was Lebensqualität für ihn bedeutet, wie er die Zeit verbringen möchte, die er hat. Seine Abwägung ist nicht Ihre zu treffen.
Bleiben Sie präsent, auch wenn Sie nicht einverstanden sind. Die Beziehung ist wichtiger als Recht zu haben. Wenn Sie sich zurückziehen, weil er Ihren Rat nicht annimmt, verlieren Sie die Fähigkeit, ihn überhaupt zu unterstützen. Sie können mit einer Entscheidung nicht einverstanden sein und trotzdem auftauchen. Sie können Angst haben und trotzdem seine Hand halten. Liebe ist groß genug, um Meinungsverschiedenheiten zu enthalten.
Finden Sie Ihre eigene Unterstützung für die Trauer dieser Position. Zuzusehen, wie jemand, den Sie lieben, Entscheidungen trifft, die Ihnen Angst machen, ist wirklich traumatisch. Ein Therapeut, eine Selbsthilfegruppe für Pflegende oder ein vertrauter Freund können Ihnen Raum geben, Ihre Gefühle zu verarbeiten, ohne diese Last vollständig auf die kranke Person zu legen.