Das Erste, was Sie bemerken, ist die Stille. Der Gruppenchat, der zwanzig Mal am Tag aufblitzte, wird still. Die Freitagabendpläne werden ohne Sie gemacht. Der Freund, der jeden Morgen mit einem dummen Meme schrieb... hört auf.
Krebs ist ein Filter. Er sortiert Ihren Freundeskreis mit brutaler Effizienz. Und die Ergebnisse überraschen oft. Die Kollegin, die Sie kaum kennen, fährt Sie jeden Dienstag zur Chemo. Und die beste Freundin, die da sein sollte — ist es nicht.
Warum verschwinden die Leute? Angst, vor allem. Ihr Krebs erinnert sie an ihre eigene Sterblichkeit. Unbehagen — sie wissen nicht, was sie sagen sollen. "Sag mir, wenn du etwas brauchst" — das leerste Versprechen der Sprache.
Wenn die Behandlung endet, kommen manche zurück. Als wäre nichts passiert. Und Sie müssen entscheiden: Lassen Sie sie zurück?
Die Freundschaften, die den Krebs überleben, werden die wichtigsten Ihres Lebens. Wenn die Einsamkeit zu schwer wiegt, kann eine Selbsthilfegruppe oder ein Therapeut helfen.