Es gibt eine Art von Trauer, über die niemand genug spricht — die Trauer, die vor dem Tod beginnt. Sie wird antizipatorische Trauer genannt, und wenn Sie sie gerade erleben, wissen Sie bereits, dass sie eine der einsamsten Erfahrungen ist, die ein Mensch durchmachen kann. Sie trauern um jemanden, der noch hier ist, noch atmet, und doch können Sie spüren, wie sie entgleiten. Und Sie können niemandem sagen, wie sehr Sie leiden, weil die Welt sagt, dass man nicht um jemanden trauern soll, der noch am Leben ist.
Aber Sie trauern. Sie tun es jedes Mal, wenn Sie bemerken, dass sie wieder Gewicht verloren haben. Jedes Mal, wenn sie etwas nicht tun können, was sie früher mühelos taten. Jedes Mal, wenn Sie sich fragen, wie viele Male Sie das noch sehen werden. Diese Trauer ist real. Sie ist nicht verfrüht. Es ist Ihr Herz, das ehrlich auf das reagiert, was vor Ihnen passiert.
Antizipatorische Trauer fühlt sich oft an wie in zwei Welten zu leben gleichzeitig. In einer Welt ist Ihr Mensch noch hier. In der anderen stellen Sie sich bereits den leeren Stuhl vor, das stille Telefon. Zwischen diesen beiden Welten zu wechseln ist desorientierend und erschöpfend.
Die Schuldgefühle können erdrückend sein. Sie fühlen sich vielleicht schuldig, zu weinen, während sie noch im Zimmer sind. Schuldig, zu wollen, dass es vorbei ist. Aber antizipatorische Trauer bedeutet nicht, dass Sie aufgegeben haben. Sie bedeutet, dass Sie ein Mensch sind, der sehen kann, was kommt, und Ihr Herz versucht, sich vorzubereiten. Das ist keine Schwäche.
Wenn Sie können, lassen Sie sich offen trauern. Sprechen Sie mit einem Berater, einer Selbsthilfegruppe oder einem vertrauenswürdigen Freund. Schreiben Sie ein Tagebuch. Und gleichzeitig, bleiben Sie für die Person präsent, die Sie lieben. Halten Sie ihre Hand. Sagen Sie ihnen, was sie Ihnen bedeuten. Sagen Sie die Dinge jetzt, während noch Zeit ist.