Trauer ist immer schwer. Aber für die meisten Menschen ist Trauer — so schmerzhaft sie auch ist — nicht klinisch beeinträchtigend. Im Laufe von Monaten und Jahren verändert sie sich. Der akute Schmerz lässt etwas nach. Das Leben reorganisiert sich um den Verlust herum.
Für manche Menschen geschieht das nicht. Die Trauer verändert sich nicht. Sie bleibt so akut, so beeinträchtigend wie in den ersten Wochen. Das nennt man verlängerte Trauerstörung, und sie ist eine anerkannte klinische Diagnose, die auf Behandlung anspricht.
Anzeichen dafür, dass Ihre Trauer kompliziert geworden sein könnte: eine Unfähigkeit, im Alltag zu funktionieren über einen längeren Zeitraum; tiefe und anhaltende Sehnsucht, die nicht nachlässt; Schwierigkeiten, die Realität des Verlusts zu akzeptieren; das Gefühl, dass das Leben dauerhaft sinnlos ist; Gedanken, sterben zu wollen, um mit der Person vereint zu werden.
Therapie, die speziell für komplizierte Trauer entwickelt wurde, hat eine starke Evidenzbasis. Sie unterscheidet sich von allgemeiner Trauerberatung und von Standard-Depressionsbehandlung. Wenn Sie sich in der obigen Beschreibung wiedererkennen, lohnt es sich, einen spezialisierten Therapeuten zu suchen.
Es gibt keine Schande in Trauer, die klinische Unterstützung braucht. Hilfe zu suchen ist das Mitfühlendste, was Sie für sich selbst tun können.