Menschen werden Ihnen sagen, dass Trauer Trauer ist. Dass jemanden zu verlieren jemanden zu verlieren bedeutet, egal aus welchem Grund. Und obwohl das im weitesten Sinne wahr ist, weiß jeder, der jemanden durch Krebs verloren hat, in seinen Knochen, dass diese Trauer etwas Zusätzliches trägt. Etwas Schwereres. Etwas, das das Wort „Trauer" allein nicht ganz erfasst.
Krebstrauer ist anders, weil sie selten mit dem Tod beginnt. Sie beginnt in dem Moment, in dem Sie die Diagnose hören. Sie beginnt in den Wartezimmern, in den Untersuchungsergebnissen, in der langsamen Erosion des Menschen, den Sie kannten. Bis der Tod kommt, haben Sie bereits monatelang, manchmal jahrelang getrauert. Sie verloren sie schrittweise — und jeder kleine Verlust war seine eigenen privaten Beisetzungen, an denen niemand sonst teilnahm.
Es gibt die Trauer, jemanden leiden zu sehen. Das ist der Teil, der Menschen lange nach der Beerdigung verfolgt. Sie haben nicht nur jemanden verloren. Sie haben gesehen, wie sie Schmerzen, Übelkeit, Angst und Würdeverlust ertrugen. Diese Zeugenschaft hinterlässt Spuren auf Ihrer Seele, die gewöhnliche Trauer nicht hinterlässt.
Es gibt die Trauer des langen Abschieds. Bei Krebs wissen Sie oft, was kommt. Sie leben in einem Zwischenraum zwischen Hoffnung und Befürchtung, manchmal über Jahre. Sie lernen, zwei Wahrheiten gleichzeitig zu halten: Sie sind noch hier, und Sie verlieren sie bereits.
Es gibt die Trauer der Pflegeperson. Wenn Sie derjenige waren, der alles zusammenhielt, während Ihr eigenes Herz brach — haben Sie nicht nur um einen Verlust getrauert. Sie haben einen Marathon gelaufen, bevor der Verlust überhaupt stattfand.
Wenn Ihre Trauer schwerer erscheint als erwartet, liegt das nicht daran, dass etwas mit Ihnen nicht stimmt. Es liegt daran, dass Sie durch etwas gegangen sind, was die meisten Menschen nicht begreifen können. Krebstrauer ist anders. Es ist erlaubt, anders auszusehen, sich anders zu fühlen, und so lange zu dauern, wie sie braucht.